Sie sind hier: Franz. / Fachcurriculum / I. Grundlegung
Deutsch
English
Mittwoch, 13. Dezember 2017

I. Grundlegung für das Unterrichtsfach Französisch in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 in der Integrierten Gesamtschule

1. Aufgaben und Ziele des Faches
2. Didaktisch-methodische Grundlagen
3. Französischunterricht in der Integrierten Gesamtschule
4. Umgang mit dem Lehrplan


1. Aufgaben und Ziele des Faches

Weltweit ist Französisch für viele Millionen Menschen Mutter-, Amts- und Verkehrssprache. In einer Welt wachsender wirtschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Verflechtungen kommt den Verbindungen zwischen den Ländern der Erde eine besondere Bedeutung zu.

Eine herausragende Stellung nimmt die französische Sprache innerhalb der europäischen Sprachgemeinschaft ein.

Der europäische Gedanke hat als wichtigstes Ziel die Einigung Europas. Damit erhält auch die Schule die Aufgabe, die europäische Dimension im Bildungswesen zu fördern.

Frankreich und Deutschland ist in den vergangenen fünfzig Jahren eine außergewöhnliche politische, kulturelle und wirtschaftliche Annäherung gelungen. Damit diese Annäherung ausgebaut und optimiert werden kann, muss der Französischunterricht in der Integrierten Gesamtschule dazu beitragen, den Jugendlichen Kenntnisse über Frankreich und die französischsprachige Welt und die benötigten sprachlichen Fähigkeiten zu vermitteln.

Schülerinnen und Schüler entdecken so gemeinsame Wertetraditionen, lernen aber auch die Menschen der fremden Nation in ihrem Anderssein zu achten und Vorurteile abzubauen.

Die französische Sprache trägt durch Vermittlung und Verarbeitung von Erfahrungen auch zur individuellen, gesellschaftlichen und beruflichen Handlungsfähigkeit bei: Im Urlaub, am Arbeitsplatz, beim Verstehen von Literatur und Sachtexten, bei der Anwendung verschiedener Medien und beim Umgang mit Menschen, die diese Sprache sprechen.

Ziel des Französischunterrichts ist es, die Bereitschaft und Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zur Kommunikation in der französischen Sprache zu entwickeln. Die Lernenden sollen befähigt werden, ihre Verständigungsbedürfnisse entsprechend in für sie bedeutsamen Realsituationen sach- und situationsgerecht sprachlich verwirklichen zu können.

Interkulturelles Lernen

Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, sich in Alltag und Kultur der französischsprachigen Lebenswirklichkeit hineinzuversetzen, andere Lebensformen und Wertesysteme gelten zu lassen und die eigenen zu überdenken, Klischees und Vorurteile abzubauen und zu partnerschaftlicher Begegnung, zu Offenheit, Verständigung und Verständnis zu gelangen.
Dies erfordert Unterrichtsinhalte und Wege, die Interessen und Kreativität der Schülerinnen und Schüler beachten.

Sprachliches Handeln

Die Schülerinnen und Schüler erwerben grundlegende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse, die es ihnen ermöglichen, in Französisch mündlich und schriftlich eigene Themen, Bedürfnisse und Intentionen sach- und situationsgerecht und partnerbezogen zu bewältigen.

Selbstständiges Lernen

Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Lernprozesse zu reflektieren, mitzugestalten und zu verantworten. Sie erwerben und festigen individuell angemessene Lern- und Arbeitstechniken. Eine ganzheitliche Spracherfahrung wird möglich. Interessen und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler sollen aufgegriffen und erweitert werden, um Motivation und Lernbereitschaft zu fördern.

Der gemeinsame Europäische Referenzrahmen

Mit dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) liegt ein klar definiertes Bezugssystem für die Bestimmung und Kalibrierung fremdsprachlicher Fertigkeiten vor. Er stellt ein europaweit anerkanntes Instrument zur Beschreibung von sprachlichen Kompetenzstufen dar.

Die Orientierungspunkte für die im Bildungsgang der Realschule anzustrebenden Kompetenzniveaus bestimmen sich in Anlehnung an den Europäischen Referenzrahmen. Zum Ende der Sekundarstufe I sollen sich die Lernenden in der 1. und 2. Fremdsprache an den Kriterien der Kompetenzstufe B1 messen.
Der GER ist deskriptiv angelegt und macht weder methodische noch inhaltliche Vorgaben zum Erreichen der Zielkompetenzen. Die inhaltliche und methodische Konkretisierung sind Aufgaben des Lehrplans.

nach oben

2. Didaktisch-methodische Grundlagen

Die Fremdsprache ist das Kommunikationsmittel im Unterricht. Der unbegründete Wechsel zur Muttersprache behindert die Gewöhnung an die Zielsprache, stört den Lernprozess und baut Sprachhemmungen auf. Lerneinheiten, in denen die Muttersprache verwandt wird, sind klar abzugrenzen (z.B. bei der Betrachtung grammatikalischer Gesetzmäßigkeiten). Damit die Schülerinnen und Schüler Vertrauen in ihre Fähigkeiten gewinnen, in der Fremdsprache zu kommunizieren, ist ein sensibler Umgang mit Fehlern von großer Bedeutung.

Situationsbezogenheit/Authentische Verwendungszusammenhänge

Die Lernenden sollen die französische Sprache in möglichst natürlichen und motivierenden Sinnzusammenhängen lernen. Um kommunikatives Verhalten auszubilden, wird die Fremdsprache in Situationen eingeführt, geübt und gefestigt. Situatives Lernen stützt auch entscheidend die Behaltensfähigkeit.
Dabei sind auch die emotionalen und ästhetischen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler anzusprechen.

Sprachhandeln (Handlungsorientierter Unterricht)

Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, bei dem sich die Vermittlung der Fremdsprache an kommunikativen Tätigkeiten orientiert.

Textauswahl

Da Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse im Rahmen von Themen vermittelt werden, ist die Landeskunde ein grundlegendes Kriterium für die Auswahl von Themen und Texten.

Schülerorientierung

Der Fremdsprachenunterricht berücksichtigt die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Lernenden.
Schülerorientierung heißt auch, die Schülerinnen und Schüler zur Selbstständigkeit zu erziehen, sie bei der Auswahl von Unterrichtsgegenständen und Methoden zu beteiligen (vor allem in der Phase des erweiterten Spracherwerbs), an ihren Erfahrungen und Interessen anzuknüpfen, den Lernprozess stärker vom Schüler aus zu gestalten und altersgemäße, kognitive, sprachliche und affektive Erarbeitungswege und Zugänge zu schaffen.
Schülerorientierung heißt folglich auch, dass die sprachliche Dominanz der Lehrkraft reduziert werden muss (von der Instruktion zur Wissenskonstruktion).

Reale Kontakte

Direkte Kontakte, Briefpartnerschaften, der Austausch authentischer Materialien, die Nutzung elektronischer Medien (Internet, E-Mails,...) sind anzustreben.
Der Austausch mit befreundeten Collèges in Montpellier und Rozay-en-Brie trägt dazu bei.

Soziales Lernen

Fremdsprachliches Lernen in der Schule ist immer auch soziales Lernen. Neben fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten werden auch Einstellungen und Verhaltensweisen vermittelt. Die Chancen zur Arbeit in Projekten sind zu nutzen.

Lernarrangements

Bedingungen sind so herzustellen, dass Schülerinnen und Schüler Erfahrungen einbringen und machen können (Ausstattung des Klassenraumes, Errichten einer Werkstatt, ...). Lernen ist ein aktiver Vorgang, der entscheidend von dem Lernenden selbst bestimmt wird. Durch eine entsprechend gestaltete Lernatmosphäre können Lern- und Anstrengungsbereitschaft besonders geweckt werden.

Übung und Wiederholung

Im Französischunterricht in der Realschule hängt der Erfolg entscheidend vom regelmäßigen und intensiven Üben und Wiederholen ab. Verteilte Übung ist die bessere Übung: Themen und Strukturen sollen auf unterschiedlichen Sprachlernstufen aufgegriffen, vertieft und erweitert werden. Es ist ebenfalls wichtig festzustellen, dass formal-strukturelle bzw. vor-kommunikative Übungen einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum Gelingen der Kommunikation darstellen, vorausgesetzt, dem Schüler wird die Notwendigkeit der Übung bewusst.
Erfolgreiches Üben fördert das Selbstvertrauen und schafft die notwendige Sicherheit im Umgang mit dem Gelernten.

Methodenvielfalt

Methodenvielfalt und sinnvoll wechselnde Arbeitsformen werden den unterschiedlichen Dispositionen der Schülerinnen und Schüler gerecht und fördern Motivation und Lernintensität.

nach oben

3. Französischunterricht in der Integrierten Gesamtschule

Französisch ist in der Integrierten Gesamtschule zweite Fremdsprache und wird von der Klasse 7 an als Wahlpflichtfach unterrichtet.

Die Stundentafel für die Realschule (Verordnung über die Stundentafeln vom 19.4.00) sieht für die Klasse 7 fünf, für die Klasse 8 vier und für die Klassen 9 und 10 jeweils drei Wochenstunden vor. In unserer IGS wird in jeder Klassenstufe 4stündig teilweise binnendifferenziert oder auch in A-und B-Kursen unterrichtet.

Der Abschluss nach der Sekundarstufe I (Realschulabschluss) ermöglicht Schülerinnen und Schülern, die am Französischunterricht im vorgeschriebenen Umfang teilgenommen haben, die weitere Ausbildung in der Sekundarstufe II.

Im gesamten Feld der Sprachkompetenz sind Wissensbestände, Fertigkeiten und Fähigkeiten unterschiedlicher Art und Komplexität zu unterscheiden. Verstehens- und Mitteilungsleistungen in einem vorstellbaren Sprachverwendungszusammenhang, wie Gespräch, Lektüre einer Zeitung oder Hören einer Ansage werden als Sprachliche Fertigkeiten bezeichnet.

Kenntnisse einzelner Wörter und grammatikalischer Gesetzmäßigkeiten genügen in der Regel nicht, um Gedanken in einem kommunikativen Zusammenhang zu verstehen oder mitzuteilen, doch ist ihre Kenntnis andererseits unabdingbare Voraussetzung für komplexe sprachliche Leistungen. Sie werden als Sprachliche Mittel bezeichnet.

nach oben

4. Umgang mit dem Lehrplan

Die unterschiedlichen psychologischen und curricularen Gegebenheiten in der Sekundarstufe I legen eine Einteilung des Französischunterrichts in zwei größere Abschnitte nahe:

- Phase des elementaren Spracherwerbs / Anfangsunterricht (Klassen 7 und 8)

- Phase des erweiterten Spracherwerbs / Ausbauphase (Klassen 9 und 10)

Das bedeutet, dass sich der Erwerb sprachlicher Kenntnisse und Fertigkeiten über einen längeren Zeitraum vollzieht. Das Ende der Klasse 8 bedeutet eine Zäsur in der Spracherwerbsphase, da zu diesem Zeitpunkt die Schülerinnen und Schüler das Wahlpflichtfach Französisch abwählen können.

Die den Klassenstufen 7, 8, 9 und 10 zugeordneten Inhalte, d. h. die “Sprachlichen Fertigkeiten“ und die “ Sprachlichen Mittel“ sind verbindlich.

Die Reihenfolge der Unterrichtsinhalte stellt innerhalb der Klassenstufen keine Zwangsabfolge dar. Die Planung der Lehrkraft kann zu einer anderen Anordnung führen.

Die Verbindlichkeit der Inhalte bezieht sich auf 2/3 der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit. 1/3 der Unterrichtszeit steht für Vertiefung und Ergänzung zur Verfügung.

nach oben